BITKOM: „Erst sechs von zehn Senioren haben ein Handy“

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Erst 61 Prozent der Bundesbürger ab 65 Jahren haben ein Handy. Das hat der Hightech-Verband BITKOM zum „Internationalen Tag der älteren Menschen“ mitgeteilt, der auf Beschluss der Vereinten Nationen jährlich am 1. Oktober begangen wird. Insgesamt besitzen 85 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren ein Handy. Das entspricht 61 Millionen Menschen, wie aus einer Erhebung des Instituts Forsa im Auftrag des BITKOM hervorgeht. Der Trend geht dabei zum Zweit- und Dritthandy, so dass BITKOM mit 111 Millionen Mobilfunk-Anschlüssen in Deutschland bis Ende 2010 rechnet.

BITKOM gibt Tipps, worauf ältere Kunden bei der Auswahl von Handy und Mobilfunktarif achten können:

1. Spezielle Seniorenhandys
Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Seniorenhandys, die von spezialisierten Anbietern auf den Markt gebracht wurden. Sie haben in der Regel ein gut ablesbares Display mit großer Schrift sowie größere Tasten. So klappt die Bedienung auch, wenn die Augen schon nach-gelassen haben. Häufig haben die Geräte eine spezielle Notruftaste. Bei einigen Geräten kann der Notruf so eingestellt werden, dass zuerst Angehörige angewählt werden und anschließend der Rettungsdienst, falls kein Familienmitglied antwortet. Einzelne Modelle haben sogar ein GPS-Modul, mit dem verletzte oder vermisste Personen geortet werden können. Manche Seniorenhandys bieten zudem spezielle Kurzwahl-Tasten für den schnellen Draht zu Angehörigen oder dem Hausarzt. Oft haben Seniorenhandys ein reduziertes Benutzermenü und bieten nur wenige Zusatzfunktionen wie SMS und Wecker. So manches neuere Modell sieht trotz größerer Abmessungen schick aus.

2. Senioren-geeignete Standard-Handys
Es muss nicht immer ein spezielles Seniorenhandy sein. Auch manche Großserien-Modelle bekannter Anbieter punkten mit großen Tasten und Displays sowie einfacher Bedienung. Wichtig ist, dass die Schrift gut lesbar angezeigt wird und die Menü-Struktur leicht verständlich ist. Häufig sind solche Handys im unteren Preisbereich zu finden. Geeignete Modelle können auf die wichtigsten Grundfunktionen beschränkt sein – nicht alle älteren Menschen wollen mobiles Internet und umfangreiche Multimedia-Funktionen nutzen. Wer einem älteren Angehörigen ein Handy schenken will, sollte überlegen, ob er das Gerät gemeinsam mit dem künftigen Nutzer auswählt. Dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Handy den individuellen Bedürfnissen entspricht.

3. Smartphones
Senioren, die Internet- und Multimedia-Funktionen nutzen möchten, sollten sich Smartphones genauer anschauen. Die Funktionsvielfalt mag auf den ersten Blick abschreckend sein, aber dafür punkten viele Geräte mit großen, berührungsempfindlichen Displays. Manche populäre Geräte lassen sich trotz ihrer Fülle an Funktionen einfach bedienen, die Schriftgröße lässt sich in den meisten Fällen anpassen. Ein Smartphone verlangt mehr Eingewöhnung als Standard- und Seniorenhandys, erlaubt dafür die mobile Nutzung von Online-Services und Navigation.

4. Tarifwahl
Viele Senioren gehören zu den Wenigtelefonierern. Für sie eignen sich Vorkasse-Tarife (Prepaid) oder grundgebührfreie Verträge. So wird nur gezahlt, was sie wirklich telefoniert wurde. Für Vieltelefonierer unter den Senioren kommen auch Verträge mit Inklusiv-Minuten oder Flatrates in Frage. Wer außerdem Internet-Funktionen nutzt, sollte prüfen, ob dafür ein zusätzlicher Daten-Tarif sinnvoll ist. Für gelegentliches Handy-Surfen kann eine Abrechnung nach Minuten oder genutztem Datenvolumen ausreichen, aber bei regelmäßigen Internet-Zugriffen ist in der Regel eine Flatrate oder ein Datenpaket mit Inklusiv-Volumen sinnvoll.

Zur Methodik: Die eingangs genannten Angaben basieren auf einer Erhebung des Instituts Forsa für den BITKOM. Dabei wurden 1.000 Deutsche ab 14 Jahren im August 2010 repräsentativ befragt.

Quelle: BITKOM